Buch-Tipp: „Verblendung“ von Stieg Larsson

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Die Besten gehen immer viel zu früh. Leider trifft dieser Satz auch auf den Schriftsteller zu, dessen Erstlingswerk ich heute empfehlen möchte: Stieg Larsson. Im Alter von gerade einmal 50 Jahren starb der Schwede an einem Herzinfarkt. „Verblendung“ ist der erste Teil der „Millennium-Trilogie“ und der Auftakt zu einer Krimireihe, die insgesamt zehn Bände umfassen sollte. Doch leider wird die Welt niemals erfahren, wie sich Stieg Larsson das Ende seiner Reihe vorgestellt hatte.

„Verblendung“ – Der Inhalt in Kürze

Der Journalist Mikael Blomkvist steckt in der Patsche: Er wurde wegen einer falschen Berichterstattung verurteilt und muss in den Bau. Wegen dieser Geschichte steht sein Magazin „Millennium“ am Abgrund. Da kommt der ehemalige Großindustrielle Henrik Vanger und bietet ihm ein Geschäft an: Er rettet das Magazin und stellt Mikael ein hohes Honorar in Aussicht. Dafür soll Mikael nach der Wahrheit suchen, die hinter dem Verschwinden von Harriet Vanger steckt, der Nichte des Industriellen. Unterstützt wird er dabei von Lisbeth Salander…

„Verblendung“ – Meine Meinung

Lisbeth Salander ist die eigentliche Heldin des Romans. Alle anderen sind austauschbare Staffage. Kein Wunder, dass sie die Kinoplakate der Verfilmungen zierte und nicht Mikael Blomkvist. Diese kleine, zerbrechliche Person erfährt so viel Leid, dass es für achtzehn Leben reichen würde. Und doch ist sie niemals schwach, geschweige denn, dass sie sich in ihr Schicksal ergibt. Alle herausragenden Detektive der Kriminalliteratur sind Außenseiter. Aber sie schießt den Vogel ab mit ihren Tattoos, dem „Verpiss dich“ in jedem Blick und der vollkommenen Weigerung, Gefühle zuzulassen. Allerdings hat sie auch allen Grund dazu, weshalb man sie einfach mögen MUSS!

„Verblendung“ beginnt sehr langsam, nimmt jedoch deutlich an Fahrt auf. Die Geschichte ist sehr gut durchdacht und selbst nach der recht frühen Aufklärung bleibt es spannend. Zwar hatte ich die Auflösung des Rätsels um Harriet Vangers Verschwinden recht schnell geahnt – die Verstrickungen drum herum sorgten jedoch für eine Überraschung. Was mich jedoch mehr bewegte als das Rätsel der Vergangenheit, waren die Geschehnisse in der Gegenwart. Diese Sequenzen ließen mich nicht schlafen und treiben mir noch immer eine Gänsehaut über den Rücken, wenn ich daran zurückdenke. Die Verfilmung von „Verblendung“ werde ich mir aus diesem Grund niemals anschauen! Aber mehr verrate ich nicht…

Ich bin gespannt auf den zweiten Teil, der momentan noch im Schuber auf meinem Schränkchen schlummert. Ich werde berichten.


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