Burg Frankenstein – immer einen Ausflug wert

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Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Der Sommer (wenn wir ihn denn so nennen möchten) neigt sich dem Ende. Schon bald färben sich die gefühlt vor drei Wochen ergrünten Blätter an den Bäumen braun und fallen herab. Noch ist es aber nicht so weit. Wie man heute sieht, besteht noch Hoffnung auf ein paar schöne Tage in dieser Saison. Mein Tipp dreht sich um ein Ausflugsziel, welches perfekt in den Sommer/Herbst-Übergang passt.

Es geht um Burg Frankenstein in Mühltal bei Darmstadt. Bei einem solch prominenten Namen denkt man an die Romanfigur von Mary Shelley und liegt damit nicht daneben. Es besteht tatsächlich die Vermutung, dass die Gebrüder Grimm auf Mary Shelley trafen und von mysteriösen Versuchen mit Leichenteilen erzählten, die auf der Burg Frankenstein stattgefunden haben sollen. Wahrheit oder Mythos, die blutigen Zeiten sind vorbei. Na ja, fast zumindest, aber dazu später mehr.

Die Burg Frankenstein ist vor allem als Ausflugsziel so interessant, weil sie sehr schön aus dem beginnenden Odenwald herausragt. Die Aussicht ist herrlich. Bei klarer Sicht sieht man im Tal die Rhein-Main-Ebene. Speziell in den Abendstunden ein sehenswerter Anblick! Aber auch ohne die Blicke in die Ferne schweifen zu lassen, hat dieser Ort viel zu bieten. Die Burgruine regt die Phantasie von Jung und Alt gleichermaßen an. Jeder zahlt den einen Euro Wegzoll gerne, um bei der Erhaltung dieser alten Gemäuer zu helfen.

Tritt man durch das Tor, kann man gleich rechts oder links in den Burggraben abbiegen. Der schöne Rundgang führt um den gesamten Innenbereich der Burg und bietet sich perfekt für schöne Erinnerungsbilder an. Im Innenhof der Burg steht ein Nachbau einer Schleuder, mit der im Mittelalter schwere Steinbrocken auf die Mauern belagerter Städte geschleudert wurden.

Steigt man die Treppen zum Turm hinauf, hat man auf der einen Seite einen toll Blick in Richtung Rhein-Main-Ebene. In den anderen Richtungen blickt man auf einen wunderschönen Wald.

Nach ausgiebiger Tour durch die Ruine bietet es sich an, auf der Terrasse des angrenzenden Restaurants mit Blick ins Tal die Seele baumeln zu lassen. Ein reichhaltiges Angebot von Getränken und Speisen lockt viele Ausflügler zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto auf die Burg. Was aber viele nicht wissen, ist dass es in dem Wald rund um die Burg einen Walderlebnispfad gibt. Ausgangspunkt ist der Parkplatz unterhalb der Burgruine. Man nimmt den asphaltierten Weg in Richtung Burg und sieht bald eine Markierung in Form eines türkisfarbenen Ahornblattes, die durch den Pfad leitet. Der Einstieg befindet sich links am Weg durch ein großes Holztor. Die Strecke ist etwa drei Kilometer lang und dauert zwei bis drei Stunden. Es gibt viel zu entdecken: Riechgarten, Urwaldpfad, Jungbrunnen, Baumuhr, Laubtunnel, Phantasietiere zum Klettern, schöne Aussicht, Lindwurmteich mit Spielplatz und Picknickmöglichkeit. Am Ende auf der anderen Straßenseite: Totempfahl, Barfußpfad, Magnetsteine, in deren Nähe die Kompassnadel verrücktspielt!

Dies ist mein Tipp für heute. Ob im Spätsommer oder im Herbst: Burg Frankestein ist immer einen Besuch wert. Wer ein Erlebnis der besonderen Art haben möchte, sollte die Augen nach dem bald erscheinenden Tipp offen halten, in dem ich auf die blutigen Zeiten zurückkomme.