Sherlock Holmes im neuen Gewand

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Ich bin begeistert! Und das auch noch von einer Sache, die im Fernsehen lief. Fernsehen und Begeisterung schließen sich bei mir normalerweise aus. Doch am letzten Sonntag sah ich im ersten deutschen Fernsehen eine BBC-Neuverfilmung des alten Klassikers Sherlock Holmes.

„Sherlock“ heißt die Serie. Einfach, schnörkellos und ohne Nachnamen im 21. Jahrhundert angekommen. Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) ist brillant wie eh und je. Meister der Deduktion, der in den kleinsten Hinweisen den Schlüssel zum großen Ganzen erkennt. Höchste Aufmerksamkeit gepaart mit blitzschneller Kombinationsgabe. Da spielt es auch keine Rolle, dass er nicht weiß, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Für die Aufklärung irdischer Verbrechen ist solch eine Information irrelevant.

Sherlock Holmes ist ein Soziopath – damals wie heute. Damals wie heute ist er ein arroganter Angeber, unfähig zu menschlichen Beziehungen, mit einem unverkennbaren Hang zu rauschfördernden Substanzen. Immer an seiner Seite, Dr. Watson (Martin Freeman). Eine Beziehung, die nicht romantisch ist, sich jedoch immer wieder den Anschein gibt. Damals wie heute.

Der Unterschied zu damals: Der Sherlock von heute löst seine Fälle mit Hilfe seines iPhones und des Internets. Er verschickt SMS und konsumiert drei Nikotinpflaster auf einmal. Und auch Dr. Watson ist kein gewöhnlicher Doktor, sondern Militärarzt mit Afghanistan-Erfahrung. Früher konnte Sherlock alle Arbeit mit dem Kopf erledigen – heute muss er rennen, kämpfen und Bomben ausweichen.

Diese BBC-Serie erinnert leicht an die Sherlock-Holmes-Verfilmung von Guy Ritchie aus dem Jahr 2009. Dieser Film spielte zwar noch im alten London. Sherlock Holmes (Robert Downey jr.) und Dr. Watson (Jude Law) zeigten aber auch hier schon deutlich aggressivere Methoden als ihre literarischen Vorlagen.

Leider bekam ich am Sonntag den letzten Teil der ersten Staffel zu sehen. Die zweite Staffel wird im deutschen Fernsehen wohl noch etwas auf sich warten lassen. Doch wer einmal Blut leckt, will noch mehr. Daher habe ich mir gleich die erste Staffel mit allen drei Folgen besorgt. Es lohnt sich!


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