Julian Perretta: Ein neuer Stern am Pop-Himmel!

Print Friendly



Am 24. März 2011 war ich auf dem James-Blunt-Konzert in Frankfurt. Ich lungerte auf meinem Platz herum und hoffte, dass die Vorband leise singen und schnell fertig sein möge. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Künstler mit Absicht die furchtbarsten Bands anheuern – nur damit sie selbst danach noch heller strahlen können. James Blunt hat so etwas offensichtlich nicht nötig. Denn er gönnte uns Julian Perretta. Die halbe Stunde ging viel zu schnell vorbei. Und danach war mir klar: Diese CD muss ich haben!

Zwei Monate sind seitdem ins Land gegangen. Die Veröffentlichung des Albums „Stitch me up“ wurde um einen Monat verschoben. Am 20. Mai sollte es nun soweit sein. Voller Vorfreude stand ich im Elektromarkt meines Vertrauens. Und musste erfahren, dass die CD nicht geliefert wurde. Na toll! Auch Amazon schrieb etwas von „derzeit nicht lieferbar“. Ich bestellte sie trotzdem. Denn um jeden Tag im Laden nachzufragen, fehlt mir die Zeit. Leicht frustriert startete ich in die neue Woche – und fand die CD am Montagmittag in meinem Briefkasten. So lasse ich mir Lieferengpässe gefallen!

Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Das Album ist spritzig, witzig und macht Lust auf barfuß tanzen auf einer Sommerwiese! Der 22-jährige Lockenkopf aus London kommt nicht so nachdenklich und melancholisch daher wie James Blunt. Ich bin mir aber sicher, dass er bei dessen Fans ebenso gut ankommt.

Kostprobe gefällig? Hier gibt es das Video zu „Stitch me up“:

Mein persönliches Lieblingslied ist „1986”, dicht gefolgt von „Wonder Why”, „Stitch Me Up“ und „Ride My Star“. Alle vier Songs zeichnen sich durch eingängige Beats aus, die die Tanzbeine zucken lassen. Mir ist egal, dass man dabei aussieht wie eines der Hühner aus der Sixx-Werbung*. Hauptsache es macht gute Laune!

Der Ehrlichkeit halber muss ich sagen, dass das Album in der zweiten Hälfte etwas nachlässt. Der Song „Kings & Queens“ ist dabei noch das Highlight – und das obwohl es eines der wenigen ruhigeren Lieder ist. Alles andere hört sich ein bisschen nach zweitem Aufguss an.

Trotzdem: Julian Perrettas „Stitch me up“ ist ein absolut gelungenes Debüt-Album! Besser als vieles, was manch alte Hasen herausbringen (siehe R.E.M. „Collapse Into Now“).

Tracklist: Julian Perretta „Stitch me up“

  1. Stitch Me Up
  2. Wonder Why
  3. Ride My Star
  4. Urgently Needed
  5. King For A Day
  6. 1986
  7. Let Me Love You
  8. Like I Do
  9. Kings & Queens
  10. If I Ever Feel Better
  11. Say You Don’t Mind

*Sinnigerweise hat der Fernsehsender „Wonder Why“ für seine Werbekampagne mit den tanzenden Hühnern ausgesucht…